abc etüden 4/18

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Irgendwas ist immer und Ludwig Z laden erneut ein. Es ist Etüdenzeit. Diesmal kommen die drei wundervollen Wortspenden von meiner hochgeschätzten Bloggerkollegin Sabinde von wortgeflumselkritzelkram. Danke, euch dreien.

Besonderheit: Ich versuche die drei Wörter mal nur in einem Satz unterzubringen.

„Jetzt in der Nachbetrachtung gebe ich ihnen natürlich recht, Herr Richter Porgens, dass es eine wahnsinnge Idee war, die Discokugel ausgerecht aus dem Aufenthaltsraum des Altersheims klauen zu wollen, aber schauen sie sich dieses Foto eines absolut einmaligen und außergewöhnlichen Stuhls an, der von der finnischen Designerin Finja Huuhtainen eben aus einer Discokugel erschaffen wurde und dann stimmen sie mir sicherlich zu, dass der ultrascharf ist und ich ihn unbedingt nachbauen musste und die Idee die Kugel aus dem Altersheim zu stibitzen genial war, da die Greise die Verfolgung niemals hätten aufnehmen können.“

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abc etüden 3/2018

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Neu im neuen Jahr und endlich versuche ich mich wieder an einer 10 Sätze kurzen Kurzgeschichte. Danke an Christiane und Ludwig, für die Vorgabe und die tolle Grafik.

Ultraviolett!“, schreit Anja überglücklich und wendet den Blick vom Mikroskop weg hin zu Gloria, die aus Versehen das Reagenzglas mit ihrer neuen, transformierten Substanz namens frb 121102 fallen gelassen hat.

„Biste Jeck?“, entfährt Gloria der Ruf und sammelt die Glassplitter auf. Anja schaut sich die Misere genauer an, holt dann einen Eimer Wasser, einen Wischmop und Seifenlauge, um ihrer Kollegin zu Hand zu gehen.

„Ich hoffe, das war nicht dein einziges Gebräu, sondern du hast noch von den fabulösen, redikulären Benzinmolekularpartikeln 12, 11, 0 und 2 was übrig, um sie mit meinem ultravioletten  Supernovaüberrest zu mischen.“

„Glücklicherweise baut die kluge Frau vor“, meint Gloria, „und deshalb habe ich genug davon synthetisiert. Wäre ja gelacht, wenn wir zwei die Forscherwelt nicht weiblich aufmischen könnten und die überherrlichen – äh – überheblichen Herren in den weißen Laborkitteln mit unserer kautschukartigen, watteweichen, stahlharten, biegsamen, unzerbrechlichen, formbaren und unfallvermeidenden Autokarosserie vom Hocker hauen könnten.“

Auch Anja stimmt zu, pfeift sich ein fröhliches Liedchen und hofft auf ein ausgesorgtes Leben, falls ihre zukunftsweisende Erfindung von Ultraautokarosseriematerial in Serie gehen sollte. Doch bis dahin war es noch ein weiter Weg, denn bisher schaffen sie es gerade einmal, aus 2 ml frb 121102 + 10 ml Supernovaüberrest der Spektralklasse A 24-1 insgesamt 3,8 ml des Autokarosseriematerials herzustellen.

Doch ab heute können sie immerhin den Antrag auf ein Patent und den Markenschutz einreichen und das, bevor ein anderen hinter ihr Geheimnis kommen konnte.

Freitags-Füller

Heute beteilige ich mich nach langer Zeit mal wieder am Freitags_Füller von Barbara.

 

1. Eigentlich habe ich eigentlich aus meinem Wortschatz gestrichen.

2. Am Übergang vom Zeigefinder zur Handfläche habe ich eine Narbe vom Gläserspülen an meiner rechten Hand.

3. Spät am Abend bin ich müde und gehe ins Bett.

4. Schuhe an, loswandern und sehen was passiert.

5. Das Jahr 2017 war mein Jahr, ganz klar. Ich spürte das schon an Silvester und so lief es dann auch rund.

6. Du weisst, dass du alt bist, wenn du nur noch auf der Couch vorm Fernseher sitzt und nach einer Stunde nicht mal mehr sagen kannst, was du dir angesehen hast.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf ein bisschen Sport, morgen habe ich geplant ins Theater zu gehen und mir das Duell der Improcomedy Meister gegen Vizemeister anzusehen und Sonntag möchte ich auf eine Fastnachtssitzung !

abc etüden im Advent (1)

2017 advent 1 lz | 365tageasatzaday

Die Besondere Einladung zu den Adventsetüden kommt wie immer von Christiane.

Die Grafik ist wieder von Ludwig Zeidler. Der folgende Text von mir. Kurz und knapp diese Woche.

Perfekte Vorweihnachtszeit?

Dazu gehören für mich ein Glühwein, ein Stück Christstollen und beides genießen, während man mit warmen Kuschelsocken auf der Couch sitzt und bei Kerzenschein seichte Musik hört.

Der „leere“ 18te Geburtstag

Heute vor 18 Jahren lag ich in den Wehen. Es fing am vormittag an und kurz vor MItternacht hielt ich dann mein Wunder in den Händen. Endorphine durchströmten meinen Körper. Das ganze Glück dieser Welt war auf meiner Seite.

13 Jahre später zelebrierten wir den Geburtstag. Zum ersten Mal durfte das Kind – was es sich schon so lange gewünscht hatte – mit zur Thaimassage. Das Wetter war kalt, es lagen Eis und Schnee auf der Straße.

Die Massage tat gut. Erst war etwas Scheu und Befangenheit mit dabei, aber dann Wohlsein und Entspannung.

Heute nun ist der 18. Geburtstag. Doch eine Feier gibt es nicht. Nur einen Besuch am Grab, denn 13 Tage nach dem 13 Geburtstag war das viel zu junge Leben vorbei. Das Schicksal hatte gnadenlos zugeschlagen.

Heute bringe ich nur ein Rosenherz und zwei Luftballons mit den Ziffern 1 und 8 dorthin.

Das Wetter ist passend. Es schneit. Ich bin mir sicher, das Kind hat sich das gewünscht, denn es liebte Schnee.

Du warst die eine große, umfassende und unglaubliche Liebe meines Lebens und diese ist durch den Tod nicht weniger geworden, nur bitterer. Lass es dir gut gehen, wo immer du jetzt bist. Hab viel Spaß und pass gut auf dich auf!

❤ In Liebe ❤

Deine Mama

Teekesselchen, Gedankenflut

MitmachBlog

Weg – weg. Ein Teekesselchen. Ihr kennt das doch sicher noch, oder? Wir haben damals in der Schule das sogar mal als Thema gehabt und mussten so viele Teekesselchen wie möglich finden.

Kennen die Kinder heute dieses Spiel noch? Ich weiß es nicht.

Weg. Der Weg. Mit langem e gesprochen. Eine Straße, ein Pfad. Was man nicht alles damit assoziieren kann. Teer, Matsch, Furchen von Traktorreifen, schnurgerade oder uneinsehbar…..

weg. Nicht da. Warum schreibt man das eigentlich nicht mit 2g? wegg! Nicht zu verwechseln mit Weck mit ck, denn die lassen sich verspeisen. Für Grundschulkinder ist das ganz sicher schwer zu lernen und nachzuvollziehen, warum man für dieses Wort die gleichen Buchstaben verwendet, es aber dennoch unterschiedlich spricht und warum das eine groß und das andere klein geschrieben wird.

Andererseits sind gerade Wege langweilig. Kein Abenteuer, kein Zauber, keine Stolpersteine, an denen man wachsen kann. Wer schon mal in Kassel…

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abc etüde 48/17 Im Baumarkt

2017_48.17_eins_lz | 365tageasatzaday

„234 Euro der Quadratmeter, das ist nicht zu teuer für diese einzigartigen, mosambikanischen Fliesen“, sagte der Verkäufer im Baumarkt und zeigte auf die grauen, flachen Mosaikfliesen, die im Bad eine Stimmung wie in einem angewärmten Flussbett Afrikas erzeugen sollen – so die Werbung.

So ein Schwachsinn, dachte sich Helmut, damit kann man nur Frauen um den Finger wickeln, aber doch keinen gestanden Mann.

„Die Herstellung dieser Fliesen ist ein langwieriger Prozess, der präzise Handarbeit erfordert. Sie können das vergleichen mit Brüsseler Spitze, die geklöppelt wird und auch das ist bis heute unmöglich maschinell herzustellen.“

„Guter Mann“, schaltet sich nun Renate ins Gespräch ein, „ich stelle erstens fest, dass sie Null Ahnung von Handarbeiten, insbesondere vom Klöppeln haben und zweitens steht hier auf der Packung Die Kieselsteine sind aus der Kiesgrube Steinbruch Steinheim, Deutschland und werden maschinell glatt geschliffen.

Ergo sind sie nicht aus Mosambik und daher auch nur 3 Euro den Quadratmeter wert und außerdem ist ein warmes Flussbett immer noch unbequem und im schlechtesten Fall auch noch nass, weil der Fluss durchläuft, meist jedoch immerhin schlickig und nicht mit flachen Kieseln ausgelegt.

Behalten sie den Mist für die Kundschaft, deren IQ dem Hb-Wert des Blutes entspricht und zeigen sie uns endlich Mosaikfliesen zu einem passablen Preis.“

Helmut konnte nicht unhin, Stolz auf diese clevere Frau zu sein, die dem Verkäufer so den Kopf gewaschen hatte, dass dieser ihnen letztlich auf die reduzierten Badfliesen noch einen 50%igen Rabatt gegeben hatte.

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Vielen Dank für die Schreibeinladung an Christiane, Ludwig Zeidler und Myriade für die 3-Wort-Spende

 

Mein kleiner Glücksmoment

MitmachBlog

Oft sind wir auf der Suche nach dem großen Glück und laufen immer wieder blind an den kleinen Glücksmomenten vorbei.

Doch heute will ich mal wieder einen dieser Momente mit euch teilen, die mich glücklich und zufrieden machen.

Am Wochenende hat mein Lebensgefährte die Arbeitsplatte in der Küche erneuert. Zwar wäre uns eine neue Küche am allerliebsten gewesen, doch dafür kann man unendlich viel Geld ausgeben und das Geld möchten wir momentan eher zum Reisen nutzen. Daher stand der Entschluss fest, nur die Arbeitsplatte plus Spüle/Armatur und Herd/Backofen zu erneuern.

Die Armatur hatte es dringend nötig. Sie hing schon in viertel-nach-zwei Stellung. Von einem kräftigen Wasserstrahl konnte ich nur noch träumen oder ich musste dafür das Badezimmer aufsuchen und auch der Abfluss machte den Anschein, als wolle er lieber in Rente gehen.

Was soll ich sagen? Ich habe jetzt wieder einen kräftigen Wasserstrahl, eine stabile, formschöne Armatur, einen funktionierenden Abfluss…

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abc etüden 47/17

2017_47.17_eins_lz | 365tageasatzaday

Wortgerinnsel hat die 3 Wörter „Pissnelke, krümelig, verdrehen“ vorgegeben, Ludwig Zeidler hat die Grafik erstellt und Christiane hat eingeladen – wie immer eine perfekte Zusammenarbeit und wir dürfen daraus in 10 Sätzen eine Geschichte dazu verfassen. Los gehts!

Markus holt den Marmorkuchen aus dem neuen Backofen, entfernt die Backform und sieht sofort, dass etwas schief gegangen ist.

Der Kuchen ist nicht nur krümelig, nein er hat auch einen Matschstreifen und dabei sollte es der perfekte Kuchen für Olga werden.

Gestern erst hatten Markus und Olga einen heftigen Streit gehabt und sie hat ihm vorgeworfen, er würde ihr immer die Worte im Munde verdrehen.

Klar, dass er heute, nach einer schlaflosen, adrenalingeschwängerten Nacht, die Wogen wieder glätten will, denn Olga ist seine große Liebe und der Streit war sinnlos, denn eigentlich hatte die Diskussion der Ausgang für einen Heiratsantrag sein sollen.

Dieses Unterfangen war gründlich schief gelaufen und in die falsche Richtung abgedriftet und dann auch nicht mehr zu retten gewesen.

Kann ich in einem unperfekten Kuchen den Verlobungsring verstecken, fragt sich Markus und entscheidet, dass keine Zeit für Plan B ist.

Die Tür geht auf, Olga tritt ein und Markus präsentiert ihr auf dem Teller ein Stück Marmorkuchen, den er schnell noch mit Puderzucker bestreut hat und in dessen Tiefe der Ring versteckt ist.

Ein Strahlen überzieht Olgas Gesicht und sie beißt mit Freuden ein Stück nach dem anderen ab und schluckt es hinunter.

„Das war lecker, hast du gut gemacht, mein Bärchen“, sagt sie und versteht gar nicht, warum Markus so ein komisches Gesicht zieht.

„Du Pissnelke„, rutscht es ihm aus dem Mund, „hast den Verlobungsring einfach verschluckt.“

[abc etüden 46/17] Deutsche Hebammen

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Auf ein neues hat Ludwig Zeitler ein wunderschönes Plakätchen für die Etüden gezeichnet. Und Christiane hat es auf https://365tageasatzaday.wordpress.com veröffentlich und eingeladen zum mitmachen.

Keine einfachen Wörter diese Woche, die sich Petra von wesentlichwerdenblog.wordpress.com hat einfallen lassen. Mal sehen, was darauf wird…..

„Wir sorgen für Nachwuchs!“ steht auf dem Plakat, dass für den Beruf der Hebamme werben soll. Wenn das mal keine Stilblüte ist, denkt sich Henriette.

So banal dieser Satz auch klingt, macht er doch auf die prekäre Lage eines der ältesten und wichtigsten Berufe der Welt aufmerksam. Vom Aussterben bedroht, so könnte man es kurz zusammen fassen, ist dieser wichtige Job und das nur, weil die Bedingungen hart und schlecht sind. Die Bezahlung ist trotz Gehaltserhöhung im untersten Segment angesiedelt, was nicht der Fall wäre, wenn dies ein traditioneller Männerberuf wäre, denn diese würden sicher eine solche Verantwortung nicht für einen Hungerlohn verrichten.

Wer mag sich schon 24 Stunden oder länger neben eine Entbindende stellen, sich das jodeln unter Schmerzen anhören und dafür dann € 638,75 brutto bekommen und über € 7000,- in die Haftpflichtversicherung investieren? (Hausgeburt)

Armes Deutschland, dir sind Kinder und deren guter Start ins Leben wohl nichts wert?